Brauchen wir noch mehr Massentierhaltung im Oderbruch?

Liebe Freunde des Oderbruchs,

wir - die Bürgerinitiative Oderbruch - wenden uns mit einem dringenden und wichtigen Anliegen an Euch:

In der Posediner Straße am Kruschkengraben direkt vor der alten Pumpstation soll eine große Stallanlage für Legehennen errichtet werden (Standort auf Karte). Bauherr ist die ODEGA-Gruppe. Geplant ist ein mehrere Hektar großes Areal mit zwei Gebäudekomplexen und Außenanlage.

Hier sollen 30.000 Legehennen gehalten werden. Ein Bauantrag ist bereits gestellt und das Genehmigungsverfahren läuft. Im Bauausschuss wurde das Vorhaben im November 2019 vorgestellt und diskutiert (Quelle). Am 18.03.2021 beschlossen die 17 Gemeindevertreter einstimmig das gemeindliche Einvernehmen (Quelle). Inzwischen wurde eine weitere geplante Anlage für 90.000 Legehennen in Wilhelmsaue bekannt (Quelle).

Obwohl diese Anlagen wegen ihrer Dimension nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungspflichtig sind und eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen muss, wurden selbst unmittelbare Anwohner nicht informiert. Weder durch die Gemeinde Letschin noch durch die ODEGA.

Aus anderen Gemeinden wurden uns inzwischen ähnliche Bauvorhaben zugetragen und so langsam dämmert es uns: Das gesamte Oderbruch ist von einer Welle an Genehmigungsverfahren für Massentierhaltungsanlagen betroffen!

Hier finden Sie eine Karte über alle uns bekannten Verfahren, die gerade laufen. Unter Aktuelles finden Sie die neuesten Entwicklungen und Möglichkeiten zum Mitmachen!

~ Ihre Bürgerinitiative Oderbruch

Photo by cottonbro

Wir als Bürgerinitiative Oderbruch möchten den Bau dieser Anlage verhindern, denn...

  1. Im Oderbruch gibt es bereits eine Anhäufung von großen Tieranlagen mit etwa 1,5 Millionen Tieren, die Schadstoffe in Luft und Boden bringen (Quelle). Noch mehr davon zu bauen, erhöht die Schadstoffbelastung für Mensch, Natur und Umwelt enorm.

  2. Es wurde nachgewiesen (Quelle), dass im näheren Umkreis die Gefahr steigt, durch die Keimbelastung an Lungenentzündung zu erkranken - und das in Zeiten von COVID19.

  3. Massentierhaltung kann niemals artgerecht sein. Der notwendige Einsatz von Antibiotika fördert die Entstehung multiresistenter Keime. 80% der Antibiotika werden wieder ausgeschieden und mit dem Kot auf die umliegenden Felder verbracht. (Quelle)

  4. Die Exkremente in der Auslaufzone können nicht ausreichend aufgefangen werden und belasten Boden, Luft und angrenzende Gewässer. (Quelle)

  5. Durch Bioaerosole besteht die Gefahr, Viren auf Wildvögel und angrenzende Tierbestände zu übertragen.

  6. Freilandanlagen sind keine Lösung, da bei Ausbruch von Geflügelpest eine Stallpflicht herrscht oder alle Tiere gekeult werden müssen. Der Großteil des Landkreises Märkisch-Oderland ist bereits seit 13.12.2020 Sperrbezirk mit Stallpflicht. Das restliche Gebiet – wie die Gemeinde Letschin – gilt bisher „nur“ als gefährdetes Beobachtungsgebiet (Quelle). Dies könnte sich schnell ändern, wenn noch mehr Geflügelmassen hier gehaltenwerden.

  7. Geruchs- und Lärmbelästigungen in den angrenzenden Ortschaften nehmen stark zu - die Errichtung von Großanlagen auf freien Feldern zerstört das Landschaftsbild und schadet dem entstehenden Tourismus.

  8. Rein profitorientierte Agrarkonzerne wie ODEGA treiben die Zerstörung der Umwelt zu Gunsten ihrer Kapitalanleger voran und vernichten bäuerliche Strukturen.


Wir möchten, dass unser Oderbruch lebenswert bleibt. Helft uns dabei und macht gerne mit!

  1. In lokale Unterschriftliste eintragen - in Geschäften im Oderbruch oder zum selber Ausdrucken.

  2. Beschwerdebrief schreiben - nutze unsere Vorlage

  3. Online-Petition mit unterzeichnen

  4. Spenden, um einen Anwalt zu engagieren


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