Brauchen wir noch mehr Massentierhaltung im Oderbruch?

Liebe Freunde des Oderbruchs,

wir - die Bürgerinitiative Oderbruch - engagieren uns seit März 2021 gegen geplante Megaställe für Legehennen in Letschin. Auf dieser Webseite informieren wir Euch über unsere Aktivitäten, geben Hintergrundinformationen zu den Bauvorhaben und laden Euch ein mit zu machen!

Gerade jetzt, wo die Aufmerksamkeit Vieler auf dem Oderbruch liegt und die große Umweltkatastrophe mit Fischsterben viele fassungslos macht, ist es wichtig sich weiter gegen noch mehr Massentierhaltung einzusetzen. Der Fluss ist verseucht, eine Legehennenanlage mit 30.000 Tieren würde ihr übriges für die Felder und das angrenzende Vogelschutzgebiet tun. Wir lassen nicht zu, dass unser geliebtes Oderbruch weiter verunreinigt wird!

In den vergangenen Monaten waren wir aktiv und haben Beobachtungen von Tieren und Pflanzen gesammelt. Genau da, wo die Anlage entstehen soll, herrscht eine große Vielfalt an seltenen Tieren und Pflanzen, die es zu schützen gilt.

Die Legehennenanlage am Letschiner Kruschkegraben ist noch nicht vom Tisch – aber wir sind zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein werden. Denn nun haben wir den BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz als offiziellen Mitstreiter im Rechtsstreit gegen die ODEGA mit im Boot. Als Umweltorganisation hat der BUND Klagerecht und kann sich gegen derartiges Unrecht und Umweltsünden besser wehren, als wir einfachen Bürgerinnen und Bürger.

Die Kosten für das Verfahren durch den BUND müssen alle Bürgerinitiativen selbst tragen - wir rufen daher noch einmal zu Spenden auf. Ihr bekommt ab jetzt aber für alle Spenden auch Spendenquittungen ausgestellt.

Wie das geht?

Überweist eure Spende auf das Konto

BUND Brandenburg e.V.
IBAN: DE24 4306 0967 1153 2782 00
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank

WICHTIG! Verwendungszweck: Legehennenanlage Letschin – Name und Adresse der Spenderin / des Spenders
(Damit der Verband euch die Spendenbescheinigung ausstellen kann.)

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Eure BI Oderbruch

Zeichen des Protests - rote Kreuze gegen Massentierhaltung im Oderbruch.

Worum geht's?

In der Posediner Straße am Kruschkengraben direkt vor der alten Pumpstation soll eine große Stallanlage für Legehennen errichtet werden (Standort auf Karte). Bauherr ist die ODEGA-Gruppe. Geplant ist ein mehrere Hektar großes Areal mit zwei Gebäudekomplexen und Außenanlage.

Hier sollen 30.000 Legehennen gehalten werden. Ein Bauantrag ist bereits gestellt und das Genehmigungsverfahren läuft. Im Bauausschuss wurde das Vorhaben im November 2019 vorgestellt und diskutiert (Quelle). Am 18.03.2021 beschlossen die 17 Gemeindevertreter einstimmig das gemeindliche Einvernehmen (Quelle). Inzwischen wurde eine weitere geplante Anlage für 90.000 Legehennen in Wilhelmsaue bekannt (Quelle).

Obwohl diese Anlagen wegen ihrer Dimension nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungspflichtig sind und eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen muss, wurden selbst unmittelbare Anwohner nicht informiert. Weder durch die Gemeinde Letschin noch durch die ODEGA.

Aus anderen Gemeinden wurden uns inzwischen ähnliche Bauvorhaben zugetragen und so langsam dämmert es uns: Das gesamte Oderbruch ist von einer Welle an Genehmigungsverfahren für Massentierhaltungsanlagen betroffen! (Quelle)

Hier findet Ihr eine Karte über alle uns bekannten Verfahren, die gerade laufen. Unter Aktuelles findet Ihr die neuesten Entwicklungen und Möglichkeiten zum Mitmachen!

~ Eure Bürgerinitiative Oderbruch

Photo by cottonbro

Wir als Bürgerinitiative Oderbruch möchten den Bau dieser Anlagen verhindern, denn...

  1. Im Oderbruch gibt es bereits eine Anhäufung von großen Tieranlagen mit etwa 1,5 Millionen Tieren, die Schadstoffe in Luft und Boden bringen (Quelle). Noch mehr davon zu bauen, erhöht die Schadstoffbelastung für Mensch, Natur und Umwelt enorm.

  2. Es wurde nachgewiesen (Quelle), dass im näheren Umkreis die Gefahr steigt, durch die Keimbelastung an Lungenentzündung zu erkranken - und das in Zeiten von COVID19.

  3. Massentierhaltung kann niemals artgerecht sein. Der notwendige Einsatz von Antibiotika fördert die Entstehung multiresistenter Keime. 80% der Antibiotika werden wieder ausgeschieden und mit dem Kot auf die umliegenden Felder verbracht. (Quelle)

  4. Die Exkremente in der Auslaufzone können nicht ausreichend aufgefangen werden und belasten Boden, Luft und angrenzende Gewässer. (Quelle)

  5. Durch Bioaerosole besteht die Gefahr, Viren auf Wildvögel und angrenzende Tierbestände zu übertragen.

  6. Freilandanlagen sind keine Lösung, da bei Ausbruch von Geflügelpest eine Stallpflicht herrscht oder alle Tiere gekeult werden müssen. Der Großteil des Landkreises Märkisch-Oderland ist bereits seit 13.12.2020 Sperrbezirk mit Stallpflicht. Das restliche Gebiet – wie die Gemeinde Letschin – gilt bisher „nur“ als gefährdetes Beobachtungsgebiet (Quelle). Dies könnte sich schnell ändern, wenn noch mehr Geflügelmassen hier gehaltenwerden.

  7. Geruchs- und Lärmbelästigungen in den angrenzenden Ortschaften nehmen stark zu - die Errichtung von Großanlagen auf freien Feldern zerstört das Landschaftsbild und schadet dem entstehenden Tourismus.

  8. Rein profitorientierte Agrarkonzerne wie ODEGA treiben die Zerstörung der Umwelt zu Gunsten ihrer Kapitalanleger voran und vernichten bäuerliche Strukturen.


Wir möchten, dass unser Oderbruch lebenswert bleibt. Helft uns dabei und macht gerne mit!

  1. Kommt zu unseren regelmäßigen Treffen und beteiligt Euch an unseren Aktionen (Tragt euch in unseren Email-Verteiler ein)

  2. Spenden, um unsere Anwaltskosten zu tragen

Ältere Aktionen

  1. Online-Petition mit unterzeichnen

  2. In lokale Unterschriftliste eintragen - in Geschäften im Oderbruch oder zum selber Ausdrucken.

  3. Beschwerdebrief schreiben - nutze unsere Vorlage


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Die Mär von glücklichen Hühnern - ZDF Frontal